Arbeitsmarkt & KI

KI und Einstiegsjobs in der Schweiz: ein Blick in die Zahlen

David Stauffacher von Economiesuisse hat einen Gastbeitrag zur Debatte um künstliche Intelligenz und Berufseinstieg publiziert. Er stellt dem jobs.ch KI Report eine Auswertung von über 21'000 US-Unternehmen gegenüber. Wir fassen beide Datenquellen zusammen und verlinken die Originale.
Portrait Claudio Scicchitano

Claudio Scicchitano

COO
Veröffentlicht am 25. August 2026

Anlass der aktuellen Schweizer Diskussion ist der erste KI Report von jobs.ch, publiziert am 24. Juni 2026. Er analysiert 7,3 Millionen Stelleninserate auf jobs.ch, jobup.ch und JobScout24.ch und vergleicht eine Prä-KI-Phase (2019–2022) mit einer Post-KI-Phase (2023–2025). Ergänzt wird die Analyse durch Befragungen von 3'616 Arbeitnehmenden und 846 Unternehmen.

Der meistzitierte Befund: Der Anteil aller Stellenanzeigen für Berufseinsteigende lag 2025 um 32 Prozent unter dem Durchschnittswert der Jahre 2019 bis 2022. Besonders ausgeprägt ist der Rückgang in KI-exponierten Berufen — Administration und HR, Banking und Finanzen, Marketing, Einkauf und Vertrieb sowie IT und Telekommunikation. Diese Rollen machen 44 Prozent aller analysierten Inserate aus. Parallel dazu geben 41 Prozent der befragten unter 25-Jährigen an, sich Sorgen zu machen, künftig teilweise durch KI ersetzt zu werden. Der Report weist dabei selbst darauf hin, dass die Befragungen als Stimmungsbild der erreichten Nutzenden zu verstehen sind und nicht bevölkerungsrepräsentativ.


Der zweite Datenpunkt

In seinem Gastbeitrag stellt Stauffacher diesen Zahlen eine Auswertung gegenüber, die Ende Juni von Ramp und Revelio Labs veröffentlicht wurde. Sie verfolgt einen anderen Ansatz: Statt zu schätzen, welche Berufe von KI betroffen sein könnten, verknüpft sie die tatsächlichen KI-Ausgaben von über 21'000 US-Unternehmen mit deren Beschäftigungsdaten.

Das Ergebnis: Unternehmen, die KI einführen, wachsen in den zwei Jahren danach um 10,2 Prozent bei der Beschäftigung, bei den Einstiegsstellen um 12 Prozent. Entscheidend ist dabei die Intensität — der Zuwachs geht vollständig auf jene Firmen zurück, die am stärksten investieren. Bei geringer Nutzungsintensität ist keine statistisch signifikante Veränderung messbar. Und der Effekt zeigt sich nicht sofort, sondern erst mehrere Monate nach der Einführung.

Die Autoren weisen darauf hin, dass es sich um eine Korrelation und nicht um einen Kausalitätsnachweis handelt: KI-Anwender sind grösser, technischer und wuchsen bereits vor der Einführung schneller. Zudem entfallen fast alle Beschäftigungsgewinne auf Technologieunternehmen, und untersucht wurden ausschliesslich Bürotätigkeiten in den USA.


Die Schlussfolgerung

Für die Schweiz zieht Stauffacher daraus zwei Folgerungen.

  • Erstens sei der Rückgang bei den Einsteigerstellen real, aus seiner Sicht aber in weiten Teilen konjunkturell erklärbar — geopolitische Unsicherheit, protektionistische Massnahmen und hohe Inlandkosten führten zu allgemeiner Zurückhaltung beim Personalaufbau.

  • Zweitens sei die relevantere Frage, warum die Schweizer Wirtschaft in der produktiven Nutzung von KI noch nicht weiter ist. Wer bei der Adoption zurückfalle, verliere nicht nur Produktivität, sondern auch jene Wachstumsdynamik, die anderswo zusätzliche Stellen schaffe.

Der Beitrag plädiert entsprechend für bessere Rahmenbedingungen für Digitalisierungsinvestitionen, den Ausbau von Weiterbildung und eine Regulierung, die Vertrauen schafft, ohne Innovation zu bremsen.


Warum das für uns relevant ist

Ein Detail der Ramp-Studie deckt sich mit unserer Arbeit: Die Firmen mit messbarem Effekt sind laut Studie jene, die mehrere Modelle einsetzen und mit Coding-Agents und APIs arbeiten — nicht jene mit einfachen Chat-Abonnements. Der Unterschied liegt also weniger im Zugang zu KI als in der Tiefe der Integration in bestehende Prozesse.

Genau dort setzen unsere beiden Produkte an. PrevionDOX automatisiert regelbasierte Dokumentenprozesse: Das System analysiert unstrukturierte Eingaben wie PDFs, Word- und Excel-Dateien, wendet ein hinterlegtes Regelwerk an und erzeugt daraus fertige Dokumente.

PrevionBOT verbindet Sprachmodelle mit dem Dokumentenbestand einer Organisation — modellagnostisch, No-Code konfigurierbar und gehostet auf Schweizer Infrastruktur gemäss revDSG und DSGVO. Hochgeladene Dokumente fliessen nicht in das Training öffentlicher Modelle ein.

Beides sind keine Chat-Abos, sondern Integrationen in bestehende Abläufe. Das entspricht dem, was in den Daten den Unterschied macht.