Etienne Scherrer
Dev Days 2026
Was wir über das Arbeiten mit KI gelernt haben

Ende Juni haben wir uns Zeit genommen, die im Projektalltag nicht vorkommt: keine Deadlines, keine Tickets, nur die Frage, wie wir KI tatsächlich einsetzen und wo sie uns im Weg steht. Am 2. Juli haben wir die Ergebnisse in Live-Demos gezeigt.
Durch fast alle Demos zog sich derselbe Punkt. Ob der Code eines Assistenten brauchbar ist, hängt an zwei Dingen:
an der Struktur, die wir vorgeben
und daran, wie wir das Ergebnis prüfen
Ein Beispiel ist ein Test-Loop mit Claude Code und Playwright. Der Agent steuert die Anwendung durch einen mehrstufigen Ablauf, erzeugt ein PDF und macht davon einen Screenshot. Ein Entwickler markiert die Layoutfehler pixelgenau auf dem Bild, der Agent korrigiert und rendert neu. Ein Completion-Hook hält die Schleife am Laufen, bis das Resultat sauber ist. Wir prüfen also nicht mehr jeden Schritt, sondern das Ergebnis.
Grenzen gab es auch. Wer ein ganzes Projekt auf einmal planen lässt, von der Anforderung über Epics bis zu den Tasks, bekommt auf jeder Ebene erfundene Details dazu – bis Dinge umgesetzt werden, die nie verlangt waren. Unsere Konsequenz ist unspektakulär: kleiner spezifizieren und jedes Zwischenergebnis prüfen, bevor der nächste Schritt kommt.
Etienne hat es so beschrieben:
Ich starte gerne mit der Planung, um eine echte Struktur aufzubauen. Erst wenn ich mit dem Setup zufrieden bin, gehe ich ins Prompting und Coding.

Etienne Scherrer
Previon Plus AG, Senior Web Developer & AI Solutions Architect
Dieselbe Haltung – erst Struktur, dann Tempo – zeigte sich in den anderen Demos. In Drupal übersetzen Redaktionsteams direkt im Interface, ein CKEditor-Assistent korrigiert Grammatik, fasst Uploads zusammen und schlägt Alt-Texte für Bilder vor. Freigegeben wird am Schluss immer von einem Menschen.
Ein anderes Team hat den Weg von Figma in den Code verkürzt: Aus gepflegten Design-Konventionen lassen sich Design-Tokens als JSON herausziehen und mit Storybook zu einer konsistenten Komponenten-Bibliothek zusammensetzen.
Nicht alles liess sich prompten. Auf der Alp Horben tauschten wir Tastatur gegen Pfeilbogen und Blasrohr, beides ohne Undo. Die Abende verbrachten wir bei uns in Aarau am Grill.
Was wir vor allem mitnehmen, ist ein gemeinsames Verständnis: wie wir diese Werkzeuge einsetzen und wo wir ihnen nicht blind vertrauen. Danke an alle, die dabei waren.
Wenn dich interessiert, wie wir das in konkreten Projekten einsetzen, meld dich gern.







